Wieder mal lockere 560 km – die sich aber gelohnt haben! Die Strecke von Kingman, AZ nach Twentynine Palms, CA (zum Joshua Tree Nationalpark) ist wirklich schön und abwechslungsreich. Schon sehr faszinierend, wie vielseitig das, was man sich unter „trostloser Wüste“ vorstellt, sein kann. Zwischendurch gab es immer wieder längere Strecken mit vielen „Dips“: langezogene Bodenwellen, die die Straße zeitweise wie eine sanfte Achterbahn wirken lassen. Und das in so einem weich gepolsterten Auto … ich kenne mindestens eine Person, die das sicher „ganz toll“ gefunden hätte.
Und dann, nach rd. 3 Stunden, endlich am Joshua Tree Nationalpark – und der war schon sehr schön. Da gibt’s jede Menge sehr ulkige Bäume und, dazu passend, sehr ulkige Steine:
Eigentlich fand ich die Steine noch viel interessanter als die Bäume – einfach irre, was die Natur sich da zusammengewürfelt und -geformt hat.
Leider kann man, wenn man nicht so wahnsinnig viel Zeit dafür aufwenden kann oder will, nicht alles, was hübsch ist, fotografieren (und leider war ich zur Mittagszeit da, was vom Licht her nicht ideal ist). Aber ich denke, ich habe eine ganz nette Sammlung an schönen Fotos mitgenommen.
Apropos Zeit: ich war da von ca. 13 Uhr bis 16.30, also rund 3,5 Stunden, und habe in der Zeit im Park rd. 120 km zurückgelegt. Und Joshua Tree ist ein eher kleiner Nationalpark, und ich habe wirklich nur die Schnelldurchgangs-Tour gemacht … bin mal gespannt, wie das im Yosemite und Bryce wird und wie unsere Reiseplanung letztlich aussehen wird. Und wenn ‚Nüla dann noch reiten will und im Grand Canyon wandern und im Yosemite einen Bären fangen … aber zwischen San Francisco und Las Vegas ist ja eigentlich noch alles offen, da können wir machen, was wir wollen.
Naja, gegen 6.30 war ich dann im Motel in San Bernardino, bin dann gleich nebenan was Essen gegangen. Eine typisch kalifornische Kellnerein: jung, hübsch, und unglaublich freundlich und zuvorkommend – und beim Bezahlen fanden die es „so very cool and exciting“, dass ich einen deutschen Führerschein hatte (muss man beim Zahlen mit Karte manchmal als Identitätsnachweis vorlegen – wahrscheinlich würde eine Büchereikarte mit Bild auch reichen). Sehr schmeichelhaft: sie meinte, dem Akzent nach wäre sie sich nicht sicher gewesen, ob ich Deutscher sei. Es hätte wohl „anders“ geklungen, aber nicht unbedingt nach Fremdsprachler.
Dann hab ich ein bisschen rumgelümmelt und, weil ich ja noch nicht genug erlebt hatte, war dann noch im Kino. „Next Day Air“, eine Gaunerkomödie mit „Turkleton“ (Wer – außer Anja – rausfindet, wer das ist, kann wieder was gewinnen! Mo ist aber raus, die hat schon abgeräumt. Aber den ausbleibenden Kommentaren nach zu urteilen liest hier ja anscheinend diesmal sonst eh keiner mehr mit …?!)
Ok – was ich beim Kinobesuch gelernt habe:
- Wenn man nich in ein zentral gelegenes, großes Multiplex Kino geht, kann es schon mal sein, dass man in einen völlig verdreckten Saal geschickt wird, wo noch die leeren Getränkebecher und Popcorneimer von der letzten Vorstellung rumstehen und liegen und …
- die Sitze unter aller Kanone sind, dafür aber …
- Bild und Ton auch nicht toll sind.
Klar, sowas gibt’s bei uns natürlich auch – aber hier war ich bisher halt kinotechnisch sehr verwöhnt. Naja, das nächste Kino wird Graumann’s Chinese Theatre am Hollywood Boulevard, das dürfte da keine Wünsche offenlassen.
Das Wichtigste, was ich aber gelernt habe: auch wenn man schon ein paar Tage hier ist und sprachlich gut trainiert ist, versteht man bei einer schrägen Gaunerkomödie, in der nur *schwarze* Gangster mitspielen und demzufolge auch nur schwarzen Gangsterslang („Heybrowassupmanmothafucka“) reden, kaum ein Wort. Der Handlung konnte ich folgen, aber Spaß hat das so nicht gemacht – und deshalb bin ich nach der Hälfte ungefähr gegangen.
Hmm… der Film läuft auch im Graumann’s … ob ich da mit ‚Nüla nochmal …. 😉
Tja, und ab morgen ist dann Schluß mit lustig: nicht mehr gemütlich durch die Wüste rollen, sondern ins Gewühl von L. A. stürzen (das allerdings hier schon langsam anfängt – von hier sind’s noch rund 60 Meilen). Ich werd ausschlafen, ganz in Ruhe nach Hollywood fahren, einchecken … und dann nachmittags mal zum Flughafen fahren und schauen, ob ich da nicht ’ne nette Reisebegleitung für die restlichen 2 Wochen aufgabeln kann.
Ach ja: von meinem alten Kumpel Scott Adams habe ich eine Mail erhalten, dass er mir ein signiertes Buch in seinem Restaurant in Dublin (nein, nicht in Irland, sondern in Kalifornien) hinterlegt hat. Ich denke, da werde ich ‚Nüla mal auf einen Happen einladen – klingt wirklich ganz furchtbar, was es da gibt.
Außerdem sagt mir mein iPhone, dass das Wetter bei Euch ziemlich beschissen ist. Das tut mir wirklich sehr, sehr leid. Zum Trost: hier war’s heute auch kaum mal über 35° C, und am Horizont, hinter einer Bergkette, habe ich sogar eine Wolke gesehen. Und einen ganz leichten Sonnenbrand auf dem Arm habe ich auch – also beklagt Euch nicht, sondern denkt mitfühlend an den armen woffi in der Wüste.
Da möchte ich jetzt aber mal Protest üben. Das stand nicht in den Spielregeln das ich von weiteren Preisrätseln ausgeschlossen werde. Da gewinnt man schonmal einmal etwas in seinem Leben und schon wird einem die weitere Teilnahme versagt. Naja, dann allen Anderen viel Glück beim Woffirätsel. 🙁
Das die Kellnerin an Deinem Akzent nicht festellen konnte, das Du Deutscher bist, kann ich nachvollziehen. Das geht mir bei Dir auch immer so. 🙂
Jetzt hat sich ja wirklich Dein Traum erfüllt und Du bist wieder ein paar Tage alleine durch die Wüste gefahren… Und ab morgen fährst Du noch mit einer netten ,jungen Damr durch Californien… Na -gut,daß ich hier ein paar Tage mit 30 Jahre jungen Waschbrettbäuchen verbringen kann-und viel Spaß dabei habe! Weiterhin gute Fahrt Anja
Das mit den 30 jahre jungen Waschbrettbäuchen kann ich bestätigen 🙂 – ich habe sie auch gesehen! Und noch dazu braun gebrannt. Aber wer braucht das schon… mach Dir also keine Gedanken – armes Wölfchen.
Aber zu den wichtigen Dingen: Das mit dem Buch ist ja cool – richtig cool. Aber essen solltet ihr im Stacey´s besser nicht – die Karte ist ja grauisig! Ich glaube nicht, dass das etwas für deinen verwöhnten Gaumen ist.
Und sag mal: Was machst Du heute? Und noch dazu in L.A.? 😉
Sei charmant zu deiner Reisebegleitung und natürlich eloquent wie gewohnt! Viel Spaß ihr Beiden!
Achja: Ich vergaß, glaube ich, zu erwähnen, dass ich hier schon jetzt blass vor Neid wegen der Landschaft sitze. Aber ganz ganz ehrlich – Viel Spaß noch 😉 , besonders in den Parks…
Schau an, ihr lebt ja alle noch. Mal sehen, ob sich der Rest auch noch meldet …
@Mo: der Kommentar über meinen Akzent wird Einfluß auf Deinen Gewinn haben. Freu Dich schon mal!
@Püppi: Du hast „ich will keine Mitbringsel haben“ sehr kompliziert ausgedrückt. Aber ich nehme das zur Kenntnis – entlastet die Reisekasse sehr, die Differenz werde ich mit Scott versaufen. Und was die Karte angeht habe ich mir schon gedacht, dass Du das eklig findest. Ich werde berichten, wie schlimm es war.
@Anja: ich verstehe nicht, was an dem Waschbrettbaus so toll ist. Einen Waschtrommelbauch habe ich doch selber, das ist doch im Prinzip das Gleiche. Aber wenigstens enthemmt mich das völlig, wenn ich mir am Venice Beach die Schönheiten im teebeutelgroßen Bikini ansehe …
So, jetzt lümmel ich noch ein bisschen rum, gehe dann auf Frühstückjagd und dann fahre ich da hin, wo ich eigentlich hingehöre – nach Hollywood. Nüla’s Flug scheint statt um 17.20 schon um 16.40 anzukommen – mal sehen, wie zerknautscht sie ankommt.